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Monat: Juli 2017

Burg Teck

Das Tor zum Lenninger Tal

 

 

Unbekannt ist die Burg Teck gewiss nicht, aber seit Jahren ein Besuchermagnet aus nah und fern. Majästätisch steht sie auf dem Teckberg, der sich abfallend bis zum Sattelbogen nach Lenningen zieht. Etwas unterhalb der Teck befinden sich drei Vulkanschlote, Hörnle Hohenbol und Bölle. Die Teck, die von weitem schon zu sehen ist befindet sich oberhalb dem Städtchen Owen/Teck.

 

Die Geschichte der Teck

Es wird vermutet, daß der Name Teck aus dem keltischen Wort “tec” (schön) oder einem Felsvorsprung “die Eck” entstanden ist.

Der Teckberg muß zur Keltenzeit eine wichtige Rolle gespielt haben. Östlich vom Gelben Felsen der auf Dem Teckberg liegt  wurden Grabhügel entdeckt. Ein Hinweis für eine frühe Besiedlung des Teckbergs. Weite Ausgrabungen wie in Bissingen/Teck deuten ebenfalls darauf hin.

Erbaut wurde die Teck vermutlich von den Herzögen von Zähringen um 1135-1150 die sich später Herzöge von Teck nannten.Erste urkundliche Erwähnungen der Burg Teck (Castrum Thecche vermutlich vordeutsch) 1152. Anhand der heute noch vorhandenen Mauern ist das genaue Datum der Erbauung der Burg nicht mehr nachvollziebar. Sicher aber ist, dass die Burg im Mittelalter bedeutend größer war als die heutige Anlage. 1299 wurde die Burg unter zwei Linien aufgeteilt. Das Haus Teck verarmte frühzeitig. Bereits 1303 wurden Burg und Herrenhof andie Harbsburger verkauft, die andere Teil ging 1359 erstmal als Pfand an die Grafen von Württemberger. Auch der verkaufte Teil an Österreich ging schon im Jahre 1315 als Pfand und 1326 als Eigentum an die Württemberger. Ab 1381 gehörte die Teck komplett den Württemberger und liesen sie ausbauen und verstärken. Die Herzöge von Teck starben 1439 aus. Das Wappen und der Titel wurden 1495 bei der Erhebung zum Herzogtum dem Haus Württemberg verliehen. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg komplett zerstört. Unter Herzog Karl Alexander von Württemberg sollte die Burgruine zu einer modernen Festung ausgebaut werden. Die Arbeiten begannen 1736, endeten aber schon 1737 mit dem Tod des Herzogs. Seit 1738 wurden die unvollendeten Neubauten teilweise wieder abgetragen. Fortan blieb die Teck eine Ruine. Der Glanz des alten Namens Teck blieb jedoch bestehen.

Teck um 1900

Im 19. Jahrhundert ging Herzog Alexander ein Neffe vom König Friedrich I. eine Ehe mit einer nicht ebenbürtigen Gräfin ein. Der 1837 geborene Sohn Franz wurde von der Thronfolge ausgeschlossen und erhielt als Ausgleich den Rang eines Fürsten und ab 1871 den Titel Herzog von Teck. Als Sohn einer morganatischen Ehe, ohne Thronfolgerechte, hatte Franz wenig Einkommen im Vergleich zu anderen europäischen Prinzen. Damit hatte er schlechte Heiratsaussichten. Am 12. Juni 1866 heiratete er schließlich die Prinzessin Mary Adelaide von Großbritannien, Irland und Hannover. Die 30 jährige Prinzessin Mary Adelaide hatte ebenfalls kaum ein eigenes Einkommen und war keine Schönheit. Um zu verhindern, dass sie als alte Jungfer endet, machte der Prince of Wales (später Edward VII.) den Vorschlag die Ehe mit Franz von Teck. Aus dieser Ehe entstand die Tochter Prinzessin Victoria Mary, die später den König Georg V. von Großbritannien und Irland, Kaiser von Indien heiratete. Der Titel “von Teck” ging dann endgültig an das Englische Königshaus. Die heutige  Queen Elisabeth II. ist die Urenkelin von Victoria Mary.

 

Königin Viktorias Tod 1901 beendete die seit 1714 währende Herrschaft des Hauses Hannover auf dem britischen Thron. Mit ihrem Sohn König Eduard VII. bestieg diesen ein Angehöriger des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha den Thron. Wegen des innenpolitischen Drucks während des Ersten Weltkrieges und aufgrund der deutschen Abstammung wurde der Titel “von Sachsen-Coburg und Gotha” in “Windsor” geändert. Daraufhin wurde auch  die Teck verpflichtet, ihnen dies nachzutun. Aus Teck wurde Cambridge. George von Teck, später George von Cambridge war der letzte männliche Nachkomme der Teck. Er starb 1981. Mit Mary IIona Margaret Whitley “Lady Mary Whitley” starb 1999 von Teck endgültig.

Heutige Nutzung

Im Jahre 1889 wurde auf den Fundamenten des Bergfrieds ein Aussichtsturm mit angebauter Schutzhütte errichtet und am 1. September 1889 eingeweiht. Mit den Jahren wurde Anlage immer mehr erwitert. 1933 wurde Veranstalltungsraum Mörikehalle genannt neben dem Turm gebaut. 1954/1955 wurde die Mörikehalle zu einem Wanderheim mit Gaststätte und Schlafräumen ausgebaut. Seit 1941 verwaltet der Schwäbische Albverein die Burg Teck. Seit 1955 hat die Burg ihre heutige Ansicht. Am 9. November 1999 wurde die Umgebung der Burg zum Naturschutzgebiet Teck erklärt. Ein Besuch auf der Burg Teck lohnt sich immer schon alleine wegen der super Aussicht.

Wer heute den Aufstieg über verschiedene Routen wagt, wird mit einem fantastischen Rundblick belohnt. Die Gasträume und der Innenhof laden zu einer Rast ein. Wer eine mehrtägige Wanderung plant ist auf der Teck ebenfalls richtig. Das Wanderheim des Schwäbischen Albvereins bietet verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten.

Ausgangspunkte für Wanderungen befinden sich in Owen, direkt unterhalb der Burg ist ein Parkplatz, sowie am Wanderpark Hörnle. Hier sind auch Grillstellen vorhanden.

 

 

Lenninger Tal im Jahr 1842

 

Schon damals hatte das Lenninger Tal eine große Bedeutung. Ein Auszug vom damaligem Oberamt Kirchheim/Teck aus dem Jahr 1842.

Die wichtigsten Thäler des Bezirkes sind das Lenninger- oder Lauter-Thal und das Neidlinger- oder Lindach-Thal; von untergeordneterer Bedeutung ist das Bissinger Thal. Von diesen drei Thälern ist bereits oben vorläufig die Rede gewesen; hinsichtlich des Bissinger Thales bedarf es keiner weiteren Bemerkungen; dagegen verdienen das Lenninger- und das Neidlinger-Thal, welche beide die schönsten Partien des Bezirkes bilden.

 

Hier könnt ihr den den ganzen Artikel lesen

oder auch in Altdeutsch

 

Schlössle Oberlenningen

Das Heiligtum in Lenningen

 

Erbaut in den Jahren 1593 – 1596 von den Herren Schilling von Cannstatt und stellt einen charakteristischen Ortsadelssitz des späten Mittelalters dar. Eine denkmalpflegerische Rarität ist das Gebäude, weil es nach seiner Entstehung nie grundlegend umgebaut oder verjüngt wurde und deshalb noch überraschend viel von seiner ursprünglichen Ausstattung zeigt.

Das Schlössle steht  majestätisch auf einer Anhöhe oberhalb der Lauter über über der Lenninger Lauter thronenden Ortsadelssitz. 1983 erwarb die Gemeinde Lenningen dieses runter gekommene Gebäude. Knapp neune Jahre dauerte die aufwändige Sanierung, wie das freilegen des Fachwerks. Die Kosten sollen damals bei 5 Millionen DM gelegen haben. Zurzeit laufen wieder Sanierungsarbeiten, die bis zum Herbst 2017 zu Ende sein sollen.

Im Schlössle befindet sich im 1. Stock die Gemeindebücherei und im 2. Stock das Museum für Papier- und Buchkunst.

 

Museum für Papier- und Buchkunst

Dieses ist in seiner Einmaligkeit inzwischen zu einem Anziehungspunkt vieler Interessentinnen und Interessenten aus dem In- und Ausland geworden.”Bücher, die man nicht lesen und Papier, das man nicht beschreiben kann” bilden diese Ausstellung.

Anlass für die Museumsgründung 1992 war die Erfindung des Kunstdruckpapiers vor damals 100 Jahren. Der Papierfabrikant Adolf Scheufelen nahm in Oberlenningen 1892 die erste Streichmaschine auf dem europäischen Kontinent in Betrieb, mit der das hochwertige Kunstdruckpapier hergestellt werden konnte. Zu diesem Jubiläum stiftete die Papierfabrik Scheufelen der Gemeinde ein Museum für Papier- und Buchkunst. Das Unternehmen besorgte die Museumskonzeption, sowie die Inneneinrichtung. Die Exponate erwarb 2010 der Förderkreis Schlössle und stellt sie der Gemeinde Lenningen als Dauerleihgabe zur Verfügung.

 

Kontakt und Öffnungszeiten

Museum für Papier- und Buchkunst
Schloßrain 15
73252 Lenningen

Öffnungszeiten:

Samstag: 10:00 Uhr bis 12:00 Uhr
Sonntag: 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Gasthaus Hirsch Geheimtreffen

 

Kleiner Ort mit großer Strahlkraft
Schlattstall entpuppt sich als Keimzelle des Landes Baden-Württemberg.    

Bei einem Geheimtreffen am 21.06.1949 im „Hirsch“ in Schlattstall legten Reinhold Maier und Gebhard Müller einer der Grundsteine für das Land Baden-Württemberg. Ein Jahre zuvor gab es schon mal ein Treffen, auf der Burg Hohenneuffen, die Dreiländerkonferenz am 2. August 1948.

Im Juni 1949 beschloss Reinhold Maier, mit Gebhard Müller einen erneuten Versuch zu starten, um die ins Stocken geratene Staatenbildung voranzutreiben. Zu diesem vertraulichen Gespräch lud er ihn an einen „sehr abgelegenen Ort, der ihm von seinen Albwanderungen wohlbekannt war, die Gaststätte Hirsch in Schlattstall“ ein. Mit von der Partie waren auch Staatsrat Konrad Wittwer und Landgerichtspräsident Wilhelm Martens. Müller brachte Ministerialrat Eschenburg mit sowie Gerhard H. Müller. „Die Atmosphäre der Runde scheint sehr gut gewesen zu sein“. Das Ergebnis des bis nach Mitternacht dauernden Gesprächs sei geradezu der Entwurf eines Einigungsvertrags gewesen. Auf Anregung Eschenburgs erstellte Gebhard Müller in Tübingen eine ausführliche, geheime Aktennotiz. Diese hat sich im Staatsarchiv Sigmaringen erhalten. Allerdings dauerte es noch fast drei Jahre, bis das Land Baden-Württemberg aus der Taufe gehoben wurde.

 

 

 

 

Oberlenningen – die Rettung

 

Die Albüberquerung nimmt in der Geschichtsschreibung nur wenig Raum ein. Die letzten 16 Kriegstage sind oft als eine Episode abgehandelt, in der sich im Südwesten zwischen Auflösung der Wehrmacht und Eintreffen der Alliierten nicht mehr viel ereignete. Auch wenn es keine großen Schlachten mehr zu schlagen gab: Lokale Ereignisse konnten durchaus eine eigene Dramatik entwickeln.

Die amerikanischen Truppen rückten Richtung Ermstal vor und teilten sich auf. Ein Teil rückte auf Stuttgart vor um dort bei Bad Cannstatt auf die Französischen Verbände zu treffen, die bereits Stuttgart eingenommen haben. Der anderen Verbände  rückte Richtung Schwäbische Alb und Ulm vor.

Am Rand der Schwäbischen Alb hatten sich in den Dörfern zwischen Geislingen und Reutlingen deutsche Truppen eingerichtet. In dem unwegsamen Gelände sollte der Vormarsch der Alliierten erneut aufgehalten werden. Zuvor hatten die Deutschen zahlreiche Strassen und Brücken wie die Drachenlochbrücke der A8 auf gesprengt, die eine Überquerung der Alb hätten begünstigen können. Somit rückten die Amerikaner ein Stück über das Filstal vor und schwenkten dann Richtung Teck nach Süden. In den Dörfern waren Panzersperren errichtet worden. Das Kommando in den Dörfern hatten zumeist junge, im NS-Staat aufgewachsene Offiziere, die ihre Durchhalte-Befehle nicht hinterfragten.

Am 20. April 1945 wurde Kirchheim/Teck besetzt. Dann ging alles ganz schnell. Die US-Streitkräfte rückten über die heute B465 Richtung Owen/Teck vor,das am Folgetag im Kampf genommen wurde. Über Nabern und Bissingen brachen sie bis nach Schopfloch durch.

In Brucken, südlich von OwenTeck lag am 21.April 1945 immer noch der Gefechtsstand des örtlichen deutschen Kampfkommandanten. Das amerikanische Artilleriefeuer aus dem Bogen von Nabern bis Schopfloch ließ aber keinen Zweifel, dass der Vorstoß auf das Lenninger Tal nicht mehr lange auf sich warten ließ. Tieffliegerangriffe unterstützten die Angriffsvorbereitungen.

In Oberlenningen hatten viele Einwohner in den Gebäuden der weltberühmten Papierfabrik Scheufelen Zuflucht gesucht. Die Produktion war schon vor Wochen eingestellt worden. Doch die Papierfabrik hatte ein Problem, dessen sich viele bis dahin nicht bewusst waren. Die Fabrik hatte bis zuletzt Papiererzeugnisse produziert und verfügte noch über 15 Tonnen Chlorgas, das zum Bleichen von Faserstoffen verwendet wurde. Das Gas lagerte in Tanks, die weder gegen Beschuss noch gegen Bombeneinwirkung gesichert waren.

Der Werksleitung war klar, dass ein Beschuss der Fabrik eine Chlorgaswolke verursachen konnte, der nicht nur zahlreiche Zivilisten auf dem Werksgelände zum Opfer fallen würden. Die Chlorgaswolke würde sich auch auf die ahnungslosen US-Soldaten zubewegen, die zunächst keine andere Erklärung haben würden als einen Gasangriff.

So beschloss die Werksleitung, den zuständigen deutschen Kommandanten in Brucken aufzusuchen, der sich jedoch auf seine Befehle zur bedingungslosen Verteidigung des Abschnitts berief. Er schickte Karl-Erhard Scheufelen und seine Begleiter zum Divisionsstab in Grabenstetten, da die Funkverbindung dorthin nicht funktionierte. Die Steige war durch Sprengungen und Panzersperren unpassierbar. Die Delegation musste sich zu Fuß durch die Nacht kämpfen.

Schließlich erreichten sie den für das Lenninger Tal zuständigen Stab der 47. Division unter Major Wetzky. Dieser erkannte die Situation sofort. Er verfügte, dass Oberlenningen im Umkreis von 500 Metern nicht verteidigt werden dürfte und ließ per Funk eine Warnung an die X. amerikanische Panzerdivision und das II. französische Korps schicken, das aus dem Uracher Tal nachrückte. Für alle Fälle sollte ein Unterhändler mit Übersetzer entsendet werden. Die Alliierten erhielten und verstanden aber den Funkspruch.

Am Morgen des 22. April war man mit dem Divisionsbefehl wieder in Brucken, das noch immer nicht per Funk erreichbar war. Die Erläuterung des Befehls fiel mit dem amerikanischen Angriff auf Brucken zusammen. In der Papierfabrik waren inzwischen weiße Fahnen mit grünem Kreuz zur Warnung vor Giftgas aufgehängt. Während in Brucken die Kämpfe noch andauerten, wurden in Oberlenningen die Panzersperren geräumt. Die Gefahr war dadurch noch nicht vorüber. Aus den Gefechten in der unmittelbaren Umgebung heraus schlugen auch mehrere Panzergranaten im Bereich der Fabrik ein. Die Chlorgastanks blieben aber ungeschädigt.

Am 22. April gegen 11 Uhr zogen sich die deutschen Verteidiger , ca. 160 Mann, aus Brucken zurück um sich bei Grabenstetten wieder festzusetzen. Nicht alle deutschen Soldaten hatten den Rückzugsbefehl erhalten. So gab es noch einen Panzerabschuss und Schießereien in Unterlenningen. Auch war eine Panzersperre nicht geräumt. Die Werksleitung konnte die Räumung allerdings noch zeitnah erreichen. Kurz nach 13 Uhr rückten die amerikanischen Panzer in Oberlenningen ein.

Ohne großen Widerstand erreichten die Streitkräfte  über Grabenstetten und Blaubeuren am 24. April 1945 Ulm.

Die Schwäbische Alb war überwunden und Lenningen gerettet.

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