Steinbruch Obere Ulrichshalde

Steinbruch Obere Ulrichshalde

 

Der ehemalige Steinbruch Lauster im Gewann „Ulrichshalde“ nördlich von Schopfloch bei Lenningen ist heute als Bio- und Geotop Teil eines Naturschutzzentrums. Er ist seit 1997 unter dem Namen Steinbruch im Gewann Obere Ulrichshalde als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen.

Ursprünglich baute die Firma Karl Hoyler aus Ochsenwang ab 1929 bei Schopfloch Gestein ab, um Schotter für den Straßenbau herzustellen. Nachdem Hoyler die Arbeiten in dem Steinbruch aber bald wieder eingestellt hatte, übernahm 1949 die Firma Lauster aus Bad Cannstatt das Gelände. Bis 1974 baute Lauster in der Grube Juramarmor aus dem Weißjura epsilon ab. Steinblöcke von mitunter mehr als zwei Kubikmetern wurden durch Bohrungen und Keile gebrochen und dann in das Hauptwerk der Firma Lauster gebracht, wo sie zu Platten für den Innenausbau, etwa für Treppen, Fliesen und Fensterbänke, weiterverarbeitet wurden. Da der „Schopflocher Marmor“ nicht frostbeständig ist, blieb die Nutzung des gelbgrauen Kalksteins auf diese Bereiche beschränkt.

1974 gab Lauster den Steinbruch auf. Auf dem drei Hektar großen Gelände entwickelte sich ein Lebensraum für Pflanzen und Tiere, so dass im Jahr 1985, als der damalige Eigentümer beim Landratsamt Esslingen die Auffüllung und Rekultivierung des Steinbruchs bewilligen lassen wollte, diese Pläne abgelehnt wurden. 1986 übernahm der Landkreis Esslingen das Gelände von der Firma Moeck, um auf und neben dem Steinbruchgelände ein Naturschutzzentrum Schopfloch Alb einzurichten. Das Naturschutzzentrum besteht seit 1989 damals vom Landkreis Esslingen als erstes kreiseigenes Naturschutzzentrum in Baden-Württemberg getragen. Seit 1996 eine Stiftung, vom Land Baden-Württemberg und dem Landkreis Esslingen gemeinsam getragen. Jährlich bietet es etwa 300 Veranstaltungen, darunter auch Führungen in den ehemaligen Steinbruch Lauster, an. August 2010 wurde das Naturschutzzentrum erweitert. Das Naturschutzzentrum ist ein Informationszentrum im UNESCO-Biosphärenreservat Schwäbische Alb und eine Infostelle im Geopark.

Das alte Firmenschild Lausters wurde im Steinbruch wiedergefunden, restauriert und am Eingang angebracht. Ferner sind in den Felsen und Steinblöcken zahlreiche Bohrlöcher und Halterungen für Kühlwassertanks zu sehen. Im Steinbruch ist noch eine Umspannstation erhalten. Die alten, mit Natursteinen verkleideten Eingangspfosten sind ebenfalls erhalten geblieben.

 

Posted on: 19. Juli 2017Andi

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