Deprecated: Function create_function() is deprecated in /customers/f/c/8/andi-hees.de/httpd.www/swabianalb/wp-content/plugins/wetterwarner/wetterwarner.php on line 330 Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /customers/f/c/8/andi-hees.de/httpd.www/swabianalb/wp-content/plugins/wetterwarner/wetterwarner.php:330) in /customers/f/c/8/andi-hees.de/httpd.www/swabianalb/wp-content/plugins/wp-super-cache/wp-cache-phase2.php on line 1183 Januar 2018 | Heimatliebe | Heimatliebe

Monat: Januar 2018

Donntal – Lange Steige

 Donntal-Lange Steige ist ein geschütztes Bannwald Schutzgebiet, eine von zur Zeit 27 Kernzonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb. Das Gebiet erstreckt sich von Lenningen (Landkreis Esslingen) bis Römerstein (Landkreis Reutlingen) und befindet sich in der Traufzone der Mittleren Alb. Die Kernzone Donntal-Lange Steige umfasst die oberen Bereiche der Lange Steige, des Edelmannsbergs, des Pfingstbergs, des Donntals und des Geißweilers. Im Kernzonengebiet besteht ein sogenannter Prozessschutz. Die Natur soll sich dort ohne Beeinflussung durch den Menschen entwickeln können. Die Kernzonen des Biosphärengebiets entsprechen somit den Bannwäldern gemäß Landeswaldgesetz von Baden-Württemberg. 2008 wurde der Forstbetrieb eingestellt.  Es gibt sechs ausgewiesene bzw. vorgeschriebene Wanderwege (s. Karte).

 

grössere Bildansicht: Bild anklicken

 

 

Ausflugsmöglichkeiten in der und um die Kernzone Donntal-Lange Steige

 

Weitere Schutzgebiete

Die Kernzone Donntal-Lange Steige des Biosphärengebiets Schwäbische Alb befindet sich mit vollem Umfang im FFH-Gebiet “Alb zwischen Jusi und Teck”, im Vogelschutzgebiets Mittlere Schwäbische Alb und ein Teil im Naturschutzgebiet “Oberes Lenninger Tal mit Seitentälern”.   

 

 

Steckbrief des Bannwaldes Donntal – Lange Steige

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Kennziffer08-905
BezeichnungDonntal – Lange Steige
BundeslandBaden-Württemberg [BW]
NWR begründet durchVerordnung
Jahr der Ausweisung als NWR2008
Jahr der Einstellung
der forstlichen Nutzung
siehe Jahr der Ausweisung als NWR
Aktuelle Fläche216,3 [ha]
EigentumsformStaatswald
Vergleichsfläche vorhanden?kein Eintrag
Naturschutzstatus
  • Biosphärenreservat [Flächenanteil: 91-100 %]
  • FFH-Gebiet [Flächenanteil: 91-100 %]
Wuchsgebiet: Schwäbische Alb
Wuchsbezirk: Traufzone der Mittleren Alb – [B.76.3]
Naturräumliche Großlandschaft: Schwäbische Alb – [D60]

 

 

LUBW Baden-Württemberg

Art des SchutzgebietesBannwald
Schutzgebiets-Nr.100118
NameDonntal – Lange Steige
Kreis / Flächenanteil(e) in haEsslingen / 174,4
Reutlingen / 41,9
GemeindenLenningen
Römerstein
Fläche (ha)216,3
Rechtswert3.538.163
Hochwert5.375.758
NaturraumMittlere Kuppenalb

Die drei Brüder vom Wielandstein

Mündliche Erzählungen aus Lenningen

Die Sybille von der Teck hatte drei Söhne, die ihr eigenes Schloss bauten, Schloss Wielandstein. Der Frieden hielt nicht lange und die Brüder zankten und streiteten sich. Mit der Zeit war die Feindschaft so groß, dass sie das Wasser nicht mehr aus einer Quelle tranken. Der eine holte sein Wasser an der Torfgrube, der andere vom Rinnbuckel und der letzte von der Lauter. Einer der Brüder hatte eine Magd die für ihn das Wasser holen mußte. Als Begleitung bekam die Magd immer einen Wolf mit. Mit der Zeit bauten sich zwei Brüder weiter Schlösser, der eine auf dem Teckberg und der andere der schlimmste von allen die Diepoldsburg. Der schlimmst von dreien raubte und plünderte was er nur konnte, selbst seine Mutter und seine Brüder raubte er aus. Deshalb hatte er den Namen Rauber, bis heute hat die Diepoldsburg den Namen- Ruine Rauber. Noch heute sagt man im Lenninger Tal wenn sich Brüder streiten, “die sind wie die drei vom Schlössle”.

Zwei Brüder hätten rechts und links vom Wielandstein zwei Schlösser gebaut, von denen noch Spuren sein sollen. An dem einen, das mit seinen steilen Felsen wie ein Turm ins Tobeltal ragt, will das Volk noch eine in Stein gehauene Kegelbahn erkennen. Bei dem auf der anderen Seite gelegenen sieht man einen Gartenplatz, in welchem vor einigen Jahrzehnten noch drei uralte Birnbäume gestanden haben sollen. So erzählt man in Oberlenningen.

 

Mündliche Erzählungen aus Owen/Teck (Owen=Auwen)

Die zwei Nebenschlösser  bei Wielandstein seien nur Burgställe des Hauptschlosses Wielandstein . Zwei Brüder hätten sich vielmehr auf dem Rauber bzw. Diepoldstein und auf der Teck ihre Burgen gebaut.

 

Mündliche Erzählungen aus Beuren

In Beuren erzählt man sich, dass die Brüder vom Wielandstein die Schlösser Teck, Neuffen und Urach bewohnt haben und  durch ein Sprachrohr miteinander reden konnten.

 

 

Die drei Brüder vom Wielandstein

von Gustav Schwab ca. 1823

Auf Wielandstein im luft’tgen Saal
an einem Tisch, beim gleichen Mahl
Da sitzen jung fein,
Aus Einem Becher trinken sie,
Und lächeln stets und zürnen nie,
Drei holde Knaben klein.

Der Wind stoßt an das hohe Haus,
Der Regen strömet mit Gebraus,
Kein Menschentritt erschallt;
Doch freundlich ist es Tag und Nacht,
Im hohen Schloß, wo Liebe lacht,
Wo Kinderunschuld wallt.

Im tiefen Dorf der Bauersmann
Hält seine wilden Knaben an,
Und auf das Schloß er zeigt:
„Ei, wollt ihr nicht so fromm und fein,
Wie droben die drei Brüder sein?”
Alsbald sein Haufe schweigt.

Es sind der Schlösser worden drei,
Sie schauen von dem Berge frei,
Von Steinen fest gebaut.
Doch innen ist es nicht mehr schön:
Man sah die Treue ferne gehn,
Es wich die Liebe traut.

Ein Bruder wohnt in jedem Haus,
Er lädt den andern nicht zum Schmaus,
Er grüßet nicht sein Schloß:
Steigt Jeder in ein andres Thal,
Sucht Jeder andern Sonnenstrahl,
Tränkt anderswo sein Roß

Und Nachts bis um den Hahnenschrei
Verlarvte Männer fechten drei
Am Kreuzweg in dem Wald;
Der Bauer ruft den Kindern klein:
„Ei wollt ihr fromm und friedlich sein?
Horcht, horcht, wie Unfried schallt!”

 

 

Schwab, Gustav: Die Schwäbische Alb : mit besonderer Berücksichtigung der Neckarseite ; Wegweiser und Reisebeschreibung ; [neue Ausgabe] / von Gustav Schwab. Mit Zusätzen von E. Paulus. — 2. Aufl. Stuttgart : Bonz, 1878. — 347 S.

 

Die Hopfenburg Unterlenningen

Die Hopfenburg mit einem Wohnhaus und Brunnen in Unterlenningen wurde ca. 1860 von dem Notar Erhard unterhalb vom Bühl gebaut. Er hat versucht Hopfen und Pfefferminze anzubauen und hatte damit kein Erfolg. Erhard verkaufte sein Anwesen an das weit über Württemberg hinaus bekannte pomologische Institut Lukas in Reutlingen. Das Institut legte Baumschulen an und bildete Obstfachleute aus. Die Schüler kamen aus ganz Europa und wollten dort den Obstbau  erlernen. Der erst Weltkrieg war zu Ende und die Lage des deutschen Obstbaus war nicht rosig. Das Institut verkaufe ihre Ländereien an den Stuttgarter Geschäftsmann Herz. Er versuchte sein Glück mit einer Rennpferdezucht, dies lohnte sich offenbar nicht. 1923 erwarb die Gemeinde Unterlenningen (damals eigenständige Gemeinde) die Hopfenburg mit den Grundstücken. Danach hat die Gemeinde an ihre Bürger die Grundstücke verkauft und verpachtet bis auf das Wohnhaus, das blieb im Eigentum der Gemeinde. Bis 1953 war das Wohnhaus bewohnt und wurde im selben Jahr abgerissen. Die Hopfenburg hatte keinen Anschluss an die öffentliche Wasserversorgung. Die einzige Wasserversorgung für Mensch und Tier war der Brunnen. Die Zeit nagte am Brunnen und zerfiel langsam aber sicher. Der bereits 1928 gegründete Obst-und Gartenbauverein Unterlenningen. Im Mai 1980 beschloss der Verein den Brunnen zu retten. Die Vereinsmitglieder renovierten den Brunnen und pflegen ihn heute noch. Die Renovierungskosten übernahm damals die 1975 neu formierte Gemeinde Lenningen.

Heute befindet sich rund um die Hopfenburg ein Obst- und Waldlehrpfad mit alten und selten gewordenen Obstsorten an einer historischen Stelle.

Der Weg beginnt in Unterlenningen auf der bestehenden Zufahrtsstraße in Richtung Sportgelände Bühl. Nach dem Ortsende informiert eine Tafel über die Anlage des Obst- und Waldlehrpfades. Entlang des Pfades befinden sich Ruhebänke die zum Verweilen einladen. Der Rundkurs ist ca. 3 km lang und die einzelnen Baumarten sind mit Tafeln beschrieben.

 

Die Bluttat von Boll

Namensherkunft der Franzosenschlucht

Die Franzosenschlucht befindet sich an der A8 am Albaufstieg zwischen Aichelberg und Gruibingen.

 

Der Name (Franzosenschlucht) entstammt der so genannten “Boller Bluttat”. So benannt von der juristischen Fakultät Tübingen, die einen Untersuchungsbericht zu der tat am 15.06.1709 anfertigte.

Vierzig Jahre nach dem 30-jährigen-Krieg: König Ludwig von Frankreich wollte seine Vormachtstellung in Europa sichern. Er schickte französische Truppen über den Rhein. Diese zogen 1689 von Esslingen über Göppingen nach Geislingen. Es wurde gebrandschatzt und geplündert.

Anfang 1700 überquerte der französische Marschall Villars den Rhein und besetzte, ohne viel Widerstand das Herzogtum Württemberg. Bei dieser Armee gab es viele Marodeure (Fahnenflüchtlinge) und Schnapphähne (Strauchdiebe, Wegelagerer), die vor und neben der Armee herzogen und den Leuten in den Dörfern “grausam geängstigt und ausgeplündert und anderen Mutwillen zugefügt haben”.

Am 15.06.1707 geriet Boll in große Aufregung, weil drei französische Soldaten frühmorgens ins Dorf kamen. Sie aßen und tranken, zahlten aber nicht und verlangten vom Schultheiß (Bürgermeister) einen Führer. Die Boller Bevölkerung war zusammengelaufen und hatte befürchtet, daß weitere Soldaten folgen würden. Zur großen Erleichterung zogen die Soldaten weiter. In Dürnau im Wirtshaus erzählten die drei, dass sie desertiert seien und über die Schweiz zurück zu ihren Familien nach Frankreich wollten. Gegen 2 Uhr waren sie wieder in Boll und boten ihre Flinten unter anderem zum Verkauf an, es wollte aber niemand kaufen. Gegen 3 Uhr zogen sie weiter in Richtung Weilheim. Die Boller fürchteten nun die Franzosen wollten auf ihrem weg Pferde oder anderes Vieh rauben. Daher folgten ihnen zwei verheiratete junge Männer namens Hans Georg Gölz und Hans Sayler. Unterwegs trafen sie noch  desertierte württembergische Soldaten. Die  sahen die Franzosen unter einer Eiche sitzen und beschlossen ihnen die Flinten abzunehmen. Das taten sie auch, aber die Franzosen nahmen ihre Säbel und gingen auf sie los. Nun schlugen Gerog Gölz, Hans Sayler und die desertierte Soldaten so lange zu, bis die Franzosen blutige Köpfe hatten und Ruhe gaben. Auf dem Rückweg nach Boll merkten sie, dass die Franzosen ihnen nach schlichen. Sie verabredeten die Soldaten über die Gruibinger Berge nach Neidlingen zu führen, damit dem Flecken (Ort) Boll und ihnen kein Unheil geschehen solle.

Die Franzosen gingen auch eine Stunde weit mit, bis sie im Bereich der “Mähder” nicht mehr wollten. Dort kam es zum Streit, bei dem beide Parteien solange mit den Flinten geschossen, mit Steinen und Prügeln geworfen haben, bis die Franzosen tot waren.

Die Urteile der juristischen Fakultät Tübingen fielen vergleichsweise milde aus. Danach ist sowohl die Franzosenschlucht, wie auch (viel) später die Franzosenbrücke benannt.

 

Quelle:  Boller Heimatbuch S. 123 ff

 

 

%d Bloggern gefällt das: