Deprecated: Function create_function() is deprecated in /customers/f/c/8/andi-hees.de/httpd.www/swabianalb/wp-content/plugins/wetterwarner/wetterwarner.php on line 330 Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /customers/f/c/8/andi-hees.de/httpd.www/swabianalb/wp-content/plugins/wetterwarner/wetterwarner.php:330) in /customers/f/c/8/andi-hees.de/httpd.www/swabianalb/wp-content/plugins/wp-super-cache/wp-cache-phase2.php on line 1183 Sagen | Heimatliebe

Sagen

Sagen aus Lenningen und aus den umliegenden Regionen

Die Erdwichtelein vom Hohenneuffen

Die zerklüfteten Felsen des Hohenneuffen, auf denen jetzt die großartigsten Ruinen der schwäbischen Alb stehen und die in grauer Vorzeit eine mächtige Volksburg trugen, dienten einst den Erdwichtelein als Wohnung. Das waren ganz kleine Leute, nur etwa eine halbe Elle lang: die Männlein hatten gelbe Hosen und rote Strümpfe an und einen langen Bart. Der Sage nach sollen sie einstens über die Menschen geherrscht haben und von ihnen abgöttisch verehrt worden sein: denn sie kannten die Kräfte der Wurzeln und Kräuter genau und taten den Menschen viel Gutes. Während des Sommers bis zum Spätherbst kamen sie aus ihren Klüften hervor zu den Leuten im Felde und halfen bei der Arbeit. Am liebsten aber arbeiteten sie für die Menschen bei Nacht, wenn es niemand sah. Es durfte zur Erntezeit nur jemand anfangen, abends ein Kornfeld zu schneiden und die Sichel liegen lassen, so war es am andern Morgen gewiß ganz abgeschnitten. Ein Bauer, der einmal spät auf die Wiese zum Heumähen ging, sah, wie drei Männlein die Sensen genommen hatten und wetterlich darauf losmähten. Als sie ihn aber erblickten, liefen sie davon. Nachts kamen sie oder auch ihre Weiblein in die letzten Häuser, die vor der Stadt Neuffen liegen, und taten alle Arbeit für die Menschen. Man durfte ihnen aber nichts dafür geben; auch sah man sie sehr selten. Alte Leute haben erzählt, daß sie aus dem Morgenlande zu uns gekommen seien und daß sie sich später wieder hätten dahin zurückziehen müssen. Warum? Das weiß man nicht; aber wahr muß es sein, denn gesehen hat man sie schon seit vielen Jahren nicht mehr.

 

(Nach Meier von N.)

Der Esel von Neuffen

Der Hohen Neuffen

Stolz und uneinnehmbar steht sie da mit ihren mächtigen Mauern und Türmen, die mächtige Ritterburg Hohen Neuffen. Trotzig schaut sie ins Tal hinab.

Wieder war die Nacht hereingebrochen. Ein Lichtlein nach dem anderen erlöschte. Nur der Turmwächter spähte mit scharfen Augen in die Finsternis hinaus. War das nicht ein pferdegetrappel? Hörte er nicht Schritte die immer näher kamen? Und dazwischen ein Flüstern und Krachen im Walde, wie wenn man sich heimlich herschliche. Da blitzte eine Ritterrüstung im Fackelschein auf. Scharf klang der Hornruf durch die Nacht. Mit einem Schlag war die Burg wach. Die Mannen eilten mit Schild und Speer zu den Mauern. Eben trat der Ritter aus dem Haus. Er trug seine Eisenrüstung und auf dem Haupte den Helm. In der Küche prasselte schon das dürre Holz unter den gefüllten Kesseln. Öl war es Öl, das nicht schnell genug sieden konnte. Mit lautem Gebrüll “Holz, Holz her”.  Dann eilten die Mägde mit den dampfenden Eimern hin zur Mauer, kehrten zurück und füllten sie wieder. Und so immer fort, ohne Rast.

Da war der Feind schon da, Sechs Männer rannten mit Eisenstangen gegen die Mauer und wollten sie durchstoßen. Ein Eimer siedendes Öl übergoß sie, dass sie mit lautem Schmerzensschrei in die Tiefe sanken. Ihr Schleuderkasten warf die Brandfackel in den Burghof, daß der ganze Berg geschwind hell aufflammte. Ihr folgten Steine und Balken, alles umsonst. Denn von den Mauern droben wurde jeder Wurf mit einem Steinhagel erwidert. Der heiße Kalk verfehlte kein Ziel. So war es auch in der nächsten Nacht und an den kommenden Tagen. Laßt uns abziehen! sagten die  Feinde verdrießlich, wir können nichts ausrichten gegen die Burg. Nein, laßt uns warten, bis der Hunger sie zur Übergabe zwingt!

Woche um Woche verging. Schon seit 6 Monaten lag der Feind um die Burg her. Hier war die Not aufs höchste gestiegen. Ein Stücklein Brot war alles an einem Tag. Kein Wunder daß die Kämpfer kaum mehr die schweren Steine heben konnten und das Schild fast ihrer Hand entsank. Dennoch ergaben sie sich nicht. Jetzt war nur noch ein Scheffel Korn und ein Esel da. Schon wollten sie das Grautier schlachten. Da fing ein alter Knecht den Stoß ab und sagte: “Lasst es sein, Kameraden! Wir wollen den Esel erst schlachten, wenn wir ihm Korn gefüttert haben”. Der Kerl ist wohl verrückt, schrie sein Nachbar. Wir brauchen Brot und Fleisch. Freilich, und ich meine, wenn wir den Esel nachher Schlachten, kommen wir schneller dazu. Dann werfen wir den vollen Magen dem Fein hinunter. Gesagt, getan. Am nächsten Morgen rollte der körnergefüllte Eselsmagen den Berg hinunter bis zum Lager der Feinde. Ein Ritter hemmte mit dem Fuße seinen Lauf und schaute die besonderbare Kugel genauer an. Seine Kameraden wollten auch sehen, was der seltsame Fund bedeutete. Das Entsetzen war groß, als sie merkten, daß die Belagerten dem Esel Korn gefüttert hatten. Da können wir noch lange warten, bis sie ausgehungert sind, sagte der feind und zog ab. Burg war gerettet und uneinnehmbar. Der Ritter vom Hohen Neuffen ließ aus Freude über die Rettung einen Eselsfuß in sein Wappen machen.

Und wer die Neuffener ärgern will, heißt sie heute noch “Esel” oder “Eselsfresser”.

 

Quelle: “Unter Teck und Neuffen – Heimatbuch für den Kreis Nürtingen” – Band 1                                                       Herausgeber: Carl Mayer (Kirchheim unter Teck, 1949).

Der Hexensprung über das Lenninger Tal

Ein Bote sollte innerhalb von acht Tagen nach Prag reiten und wieder zurück, so befahl es der Graf zu Wirtemberg (heute Württemberg), der auf seiner Burg Hohenurach saß. Kein Reiter konnte dies schaffen, da meldete sich ein altes Weiblein. Sie stellte eine Zaubersalbe her, strich damit ein Kalb ein und setzte ihren Mann darauf, dem sie einschärfte, ja kein Wort zu sagen. Als der Mann mit dem Kalb auf dem Rückweg zum Lenninge Tal kamen,  machte das Kalb einen gewaltigen Sprung über das Tal. Der Mann konnte sich einen Kommentar nicht verkneifen  und das Unvermeidliche geschah. Die unheimliche Witwe lebte dagegen in Weilheim/Teck und führte für die Nachbarn ein äußerst suspektes Leben. Die Totengräber öffneten den Sargdeckel und bereuten es sehr, denn fortan hat es ihnen die Sprache verschlagen.

Die drei Brüder vom Wielandstein

Mündliche Erzählungen aus Lenningen

Die Sybille von der Teck hatte drei Söhne, die ihr eigenes Schloss bauten, Schloss Wielandstein. Der Frieden hielt nicht lange und die Brüder zankten und streiteten sich. Mit der Zeit war die Feindschaft so groß, dass sie das Wasser nicht mehr aus einer Quelle tranken. Der eine holte sein Wasser an der Torfgrube, der andere vom Rinnbuckel und der letzte von der Lauter. Einer der Brüder hatte eine Magd die für ihn das Wasser holen mußte. Als Begleitung bekam die Magd immer einen Wolf mit. Mit der Zeit bauten sich zwei Brüder weiter Schlösser, der eine auf dem Teckberg und der andere der schlimmste von allen die Diepoldsburg. Der schlimmst von dreien raubte und plünderte was er nur konnte, selbst seine Mutter und seine Brüder raubte er aus. Deshalb hatte er den Namen Rauber, bis heute hat die Diepoldsburg den Namen- Ruine Rauber. Noch heute sagt man im Lenninger Tal wenn sich Brüder streiten, “die sind wie die drei vom Schlössle”.

Zwei Brüder hätten rechts und links vom Wielandstein zwei Schlösser gebaut, von denen noch Spuren sein sollen. An dem einen, das mit seinen steilen Felsen wie ein Turm ins Tobeltal ragt, will das Volk noch eine in Stein gehauene Kegelbahn erkennen. Bei dem auf der anderen Seite gelegenen sieht man einen Gartenplatz, in welchem vor einigen Jahrzehnten noch drei uralte Birnbäume gestanden haben sollen. So erzählt man in Oberlenningen.

 

Mündliche Erzählungen aus Owen/Teck (Owen=Auwen)

Die zwei Nebenschlösser  bei Wielandstein seien nur Burgställe des Hauptschlosses Wielandstein . Zwei Brüder hätten sich vielmehr auf dem Rauber bzw. Diepoldstein und auf der Teck ihre Burgen gebaut.

 

Mündliche Erzählungen aus Beuren

In Beuren erzählt man sich, dass die Brüder vom Wielandstein die Schlösser Teck, Neuffen und Urach bewohnt haben und  durch ein Sprachrohr miteinander reden konnten.

 

 

Die drei Brüder vom Wielandstein

von Gustav Schwab ca. 1823

Auf Wielandstein im luft’tgen Saal
an einem Tisch, beim gleichen Mahl
Da sitzen jung fein,
Aus Einem Becher trinken sie,
Und lächeln stets und zürnen nie,
Drei holde Knaben klein.

Der Wind stoßt an das hohe Haus,
Der Regen strömet mit Gebraus,
Kein Menschentritt erschallt;
Doch freundlich ist es Tag und Nacht,
Im hohen Schloß, wo Liebe lacht,
Wo Kinderunschuld wallt.

Im tiefen Dorf der Bauersmann
Hält seine wilden Knaben an,
Und auf das Schloß er zeigt:
„Ei, wollt ihr nicht so fromm und fein,
Wie droben die drei Brüder sein?”
Alsbald sein Haufe schweigt.

Es sind der Schlösser worden drei,
Sie schauen von dem Berge frei,
Von Steinen fest gebaut.
Doch innen ist es nicht mehr schön:
Man sah die Treue ferne gehn,
Es wich die Liebe traut.

Ein Bruder wohnt in jedem Haus,
Er lädt den andern nicht zum Schmaus,
Er grüßet nicht sein Schloß:
Steigt Jeder in ein andres Thal,
Sucht Jeder andern Sonnenstrahl,
Tränkt anderswo sein Roß

Und Nachts bis um den Hahnenschrei
Verlarvte Männer fechten drei
Am Kreuzweg in dem Wald;
Der Bauer ruft den Kindern klein:
„Ei wollt ihr fromm und friedlich sein?
Horcht, horcht, wie Unfried schallt!”

 

 

Schwab, Gustav: Die Schwäbische Alb : mit besonderer Berücksichtigung der Neckarseite ; Wegweiser und Reisebeschreibung ; [neue Ausgabe] / von Gustav Schwab. Mit Zusätzen von E. Paulus. — 2. Aufl. Stuttgart : Bonz, 1878. — 347 S.

 

Die Sage vom Goldloch

Ein alter Schäfer, der auf der Uracher Alb seine Herde hütete, entdeckte eines Tages eine schmale Öffnung im Fels. Neugierig zwängte er sich hindurch und gelangte bald in eine große unterirdische Halle. Hier war es ganz finster und still, nur in weiter Ferne hörte er Wasser rauschen. Er nahm sich vor, am nächsten Tag die Höhle gründlicher zu erforschen, und kehrte zu seinen Schafen zurück.
Mit einem Licht untersuchte er am anderen Morgen die Höhlenwände und entdeckte auch wirklich einen Spalt, durch den er den Weg in eine weitere, größere Halle fand. Ihren Boden bedeckte ein klarer See, in dessen Wasser sich riesengroße Vögel spiegelten. Sie saßen reglos ringsum an den Wänden. Ihre funkelnden Augen starrten ihn an, und ihm schien, als wollten ihre spitzen Schnäbel gleich auf ihn loshacken. Vor Schreck entglitt ihm die Laterne, und das Licht erlosch.
Als sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah er einen fernen Lichtschimmer, der ihm den Weg zum Höhleneingang wies. Vor Angst zitternd, kroch er darauf zu, und als er endlich wieder ans Tageslicht kam, nahm er sich vor, nie mehr die Höhle zu betreten.
Lange erzählte er niemand von diesem Erlebnis. Aber als er einmal mit dem Mahlknecht von Seeburg zechte und der Wein ihm zu Kopfe stieg, entschlüpfte ihm sein Geheimnis. Aufmerksam hörte der Knecht zu und nahm sich vor, der Sache nachzugehen. Anderntags schon kroch er in den Berg hinein, fand auch bald die Halle mit dem See, und weil er ein mutiger Bursche war, kümmerten ihn die schrecklichen Vögel nicht, die überall reglos an den Wänden hockten.
Er suchte weiter und fand wirklich einen schmalen Gang, der abwärts führte. Eine Stunde mochte er unterwegs gewesen sein, und er wollte schon wieder umkehren, da fingen die Wände vor ihm an zu leuchten und zu glänzen, Sie waren aus reinem Gold, und golden schimmerten auch die Zapfen an der Decke der Höhle. Lange stand der Knecht da und staunte. Aber die Kerze in seiner Laterne brannte immer weiter herunter, und er musste zurück. Zuvor jedoch brach er einen Goldzapfen ab und steckte ihn in die Tasche. Als er sich auf den Weg machte, hörte er plötzlich ein vertrautes Geräusch: das Klappern der Mühle von Schlattstall, wo er auch schon gearbeitet hatte. Also musste die Höhle einen zweiten Ausgang haben! Er suchte und suchte, aber vergebens. Schnell begab er sich auf den vertrauten Weg und gelangte auch glücklich ins Freie, ehe das Kerzenstümpfchen in seiner Laterne ganz erlosch.
Nun besah er sich den Zapfen, den er mitgenommen hatte. Kein Zweifel, es war reines Gold! Er brachte ihn zu einem Goldschmied und bekam dafür so viel Geld, dass er sich in der Fremde selbst eine Mühle kaufen konnte.
Ehe er wegzog, vertraute er sein Geheimnis einem anderen Mahlknecht an. Der gedachte auch sein Glück zu machen. Als er jedoch die fürchterlichen Vögel erblickte, erschrak er so sehr, dass er ohnmächtig zu Boden stürzte. Er kam wohl wieder nach Hause, doch von da an war er müde und krank, und bald darauf starb er. Sein Geheimnis aber nahm er mit ins Grab.
Viele Leute glaubten der Sage. 1824/25 erweiterten Goldgräber die Öffnung der vorderen Lauterquelle bei Schlattstall, um in den Berg dringen und den Schatz finden zu können. Doch sosehr sie sich auch mühten, ihre Arbeit blieb ohne Erfolg.

%d Bloggern gefällt das: